Musikalische Ausbildung

Neben dem regulären Musikunterricht gibt es an Afra noch weitere Möglichkeiten musikalisch tätig zu sein und sich in alle Richtungen auszuprobieren.

Falls ein musikinteressierter Afraner den Drang verspürt ein Instrument zu erlernen stehen 14 externe Musiklehrer zur Verfügung, welche auf Honorarbasis Klavier, Streich- und Blasinstrumente, sowie Gesang unterrichten. Zum Üben können die Schüler alle mit Klavier und Notenständer ausgestatteten 11 Musikräume nach gutem Gewissen nutzen. Des Weiteren kann man sich der Percussiongruppe, dem Kammerchor und einem unserer Ensembles anschliessen. Desweiteren wurde auch eine Schülerband gegründet. Letztere besitzt einen eigenen, akustisch abgeschirmten Übungsraum im Keller der Schule.

Bei Afra Internen Veranstaltungen werden Erfolge und Fortschritte des Musikunterrichts stolz präsentiert. So besteht die Möglichkeit zum Formal Dinner, dem Weihnachtskonzert, Audi Afra oder dem Kleinkunstabend selbst etwas darzubieten oder die Musik seiner Mitschüler zu genießen. 

Auch Extern betätigen sich einige Afraner musikalisch. Zum Beispiel beim Tanzkurs, der ab Klasse 9 besucht werden kann oder dem alljährlichen Opernbesuch der Kleyboldt Stipendiaten. Einige Leistungen werden zudem bei Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ honoriert. 

 

Switch the perspective

Spielt ihr ein Instrument? Ich schon. Als ich kurz vor den Sommerferien in der 6. Klasse am Auswahlverfahren teilnahm, spielte ich seit gerade erst 2 Jahren Klavier. Für mich war das nicht sonderlich viel Übung, doch trotzdem hatte ich mich dazu durchgerungen innerhalb einer Woche noch „Summertime Sadness“ von Lana del Ray zu lernen. Für alle Bewerber, welche ein Instrument spielen oder andere Talente haben, gibt es die Möglichkeit am Abend, an dem sogenannten „Bewerberkonzert“, teilzunehmen. Natürlich macht niemand Luftsprünge, wenn er gefragt wird, ob er denn nicht mal vor 300 fremden Schülern spielen will. Jedoch verdient so viel Mut angemessenen Respekt. Als ich gefragt wurde, ob ich ein Stück vorbereitet hätte, war ich kurz davor nein zu sagen, so nervös war ich. Ich grübelte schon den ganzen Tag darüber nach, wog das Für und Wider eines Vorspiels ab. Schlussendlich kratzte ich meinen letzten Rest Selbstvertrauen zusammen und sagte zu. Ihr müsst wissen, dass ich nun das erste Mal war, dass ich auf einer Bühne jemandem ein Stück vorspielte. Am Abend des Konzerts versammelten sich alle Afraner und auch einige Lehrer in der Aula, die auf einmal noch größer wirkte, als sie so schon war. Nachdem ein Teilnehmer angekündigt wurde, verstummte das Gemurmel und sobald er die Bühne nach dem Spiel verließ, wurde er mit einem tosenden Applaus verabschiedet. Doch davon bekam ich nur sehr wenig mit. Immer wieder atmete ich tief durch, trocknete meine verschwitzen Hände an der Hose und blätterte meine Noten durch. Als mein Name aufgerufen wurde dachte ich, dass ich mich jeden Moment übergebe. Von Applaus begleitet betrat ich die Bühne und setzte mich an den Flügel. Ich legte die Noten bereit und gerade nannte der Moderator dem Publikum den Titel meines Stücks, da pfiff jemand. Pfeifen die mich aus? Schoss es mir durch den Kopf. Zitternd griff ich nach der ersten Tastenkombination und begann zu spielen. Es klang nicht so gut wie beim Üben zu Hause, aber immerhin verfehlte ich keinen Ton, was an ein Wunder zu grenzen schien, da mein Gehirn sich anscheinend einen Kurzurlaub nahm. Erleichtert stellte ich jedoch fest, dass der Applaus, welcher mich freundlicherweise von der Bühne führte, noch stürmischer war als am Anfang. Und nachdem ich mich gesetzt hatte fiel alle Anspannung von mir ab.

Heute bin ich eine waschechte Afranerin und wohne den Bewerberkonzerten nur noch als Zuschauer bei. Daher weiß ich auch, dass diese nur halb so schlimm sind, wie es sich für die meisten Bewerber anfühlt. Für die Afraner ist das Konzert einfach mal eine Gelegenheit dem Alltag zu entfliehen und gute Musik zu genießen. Es ist kein Weltuntergang falls man sich mal verspielt, denn die meisten Afraner waren selbst in dieser Situation und wissen wie es sich anfühlt dort vorn zu stehen. Deshalb würden wir auch niemals jemanden ausbuhen oder auspfeifen. Mittlerweile weiß ich, dass das Pfeifen damals als Ermutigung gemeint war (zufälligerweise war „Summertime Sadness“ das Lieblingslied der Schülerin). Was ich damit sagen will: Traut euch! Zeigt Afra was ihr könnt, denn es gibt nichts was dagegenspricht.

  • „Inspiration, jede Menge Angebote, wenig Zeit, nie Stillstand.“
  • „Ich habe gemerkt, es geht um viel mehr, als um Leistung. “