7. August: Gedenktag der Heiligen Afra

Zypern/Afrika – Augsburg
Historisch gesichert ist die Enthauptung einer/eines Afra oder Afer nahe Augsburg unter Kaiser Diokletian um 304, wohl an der Stelle der heutigen Kirche St. Afra im Felde in Friedberg bei Augsburg.
Legenden erzählen von Afra als der Tochter des Königs von Zypern. Dieser wurde erschlagen, seine Frau Hilaria floh mit Afra nach Rom und weihte ihre Tochter der Liebesgöttin Venus. Afra träumte, sie solle Königin von Augsburg werden und bewog die Mutter, mit ihr dorthin zu ziehen.
Mit drei Gespielinnen richtete sie in Augsburg ein Freudenhaus ein, Bischof Narcissus kehrte während seiner Flucht vor der Diokletianischen Verfolgung, Herberge suchend, unwissend in dieses Haus ein. Afra bereitete ihm ein Mahl und wurde von seinem Tischgebet so erschüttert, dass sie ihm zu Füßen fiel, sich bekehren und taufen ließ.

Sie schloss das Bordell, worauf sie von mehreren enttäuschten Augsburgern als Christin angezeigt wurde. Die auch in Augsburg fortschreitende Christenverfolgung brachte sie ins Gefängnis nd zur Verurteilung: an einen Baumstamm gebunden, wurde sie um 304 enthauptet – eine ältere Legende erzählt ihre Verbrennung auf dem Lechfeld. Ihre drei Gespielinnen und die Mutter waren auch bekehrt worden, überlebten aber das erste Martyrium und wurden dann zusammen dem Flammentod überantwortet.
1064, im Jahr von Afras Heiligsprechung, wurde an der Stelle der heutigen Kirche St. Ulrich und Afra, ein Kilometer südlich der damaligen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicumin, ein spätrömischer Sarkophag mit angekohlten Gebeinen entdeckt; dieser steht heute in der Gruft von St. Ulrich und Afra in Augsburg.
Ihr Name kann auch als Herkunftsbezeichnung verstanden werden, dann stammte sie aus Afrika – also der römischen Provinz Africa proconsularis. Die älteste Notiz über Afra findet sich im Martyrologium des Hieronymus; Venantius Fortunatus kannte 565 die Verehrung von Afras Gebeinen in Augsburg.
Meißen
Bischof Reiner kommt 1064 von Augsburg nach Meißen. So liegt hier eine Verbindung, die die Namensgebung des Klosters vielleicht erklären kann. Bischof Dietrich I. (1024 bis 1039) legte den Grund zu einer neuen Pfarrkirche auf dem Berg, welcher sich gegenüber der Burg erhebt. Er stattete sie mit den nötigen Ländereien und Zehnten (bischöfliches Eigenkloster) aus.

Erst unter dem dritten Nachfolger des Gründers, Bischof Reiner, konnte der Bau 1065 oder 1066 vollendet und geweiht werden.
Aus dieser Gründungszeit ist zu schließen, dass die Kirche und die Namensgebung im Zusammenhang mit der Frömmigkeitsbewegung, die um 1064 durch das Ereignis in Augsburg in ganz Deutschland ausgelöst wurde, steht.
Um 1205 war die große Steinbrücke zum Domberg noch nicht gebaut. Bischof Dietrich lädt Augustiner Chorherren ein, in Meißen ein Kloster, zwischen Domberg und Marktplatz, zwischen Bischof und Markgraf, an der Stadtmauer und an der Handelstraße gelegen, zu besiedeln. Der Name des schon bestehenden Vorgängerbau wird beibehalten.
Im Zuge der 1539 von Herzog Heinrich dem Frommen im albertinischen Sachsen eingeführten Reformation wurden die Klöster aufgelöst.

Sein Nachfolger Herzog Moritz widmete drei Klöster (St. Afra zu Meißen, Kloster an der Pforte zu Naumburg und St. Augustin in Grimma) zu Landesschulen um, die damit aus heutiger Sicht als die ältesten ‚staatlichen’ Internatsschulen in Deutschland gelten. Hier wurden auch begabte nicht-adlige Schüler aus dem albertinischen Sachsen – wenn mittellos, dann auf Landeskosten – im Geiste des evangelischen Glaubens und des Humanismus erzogen.
Herzog Moritz erteilte genaueste Anweisungen für die Gründung der Fürstenschulen (Von dreyen neuen Schulen) in der „Neuen Landesordnung“ vom 21. Mai 1543 vom Ort der Schule bis hin zur Kleidung der Schüler. Die Namen der Klöster wurden als Schulnamen beibehalten.
Der Name Afra hat seine Wurzeln im Arabischen und bedeutet „die Weiße“ oder „die Helle“. In der arabischen Sprache ist der Begriff „afra“ oft mit Reinheit und Licht assoziiert. Der Name wird gelegentlich auch mit dem Wort für „Streben“ oder „Bestrebung“ in Verbindung gebracht, was ihm eine zusätzliche Bedeutungsebene verleiht. In verschiedenen Kulturen kann der Name unterschiedliche Nuancen annehmen, jedoch bleibt die Konnotation von Helligkeit und Reinheit weitgehend konstant.
Quellen:
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Afra
https://www.ancestry.com/first-name-meaning/afra
https://tagungshaus.klosterhof-meissen.de/geschichte/
https://bistum-regensburg.de/termine/details/afra-von-augsburg-maertyrerin-und-vorbild-im-alten-bayern