Wir wollen es wagen, Mensch zu sein: aufrecht, verbunden, verspielt. Und in Bewegung. Dafür haben wir eine Wanderkarte: unser Leitbild. Welche Wege wir damit gehen? Das wollen wir herausfinden.

Wer wir sind

Wenn das nicht mal die Frage aller Fragen ist! Wir sind die, die sich fragen, wer sie werden könnten. Denn wer wir sind, ist Entwicklung. Sankt Afra ist der Raum dafür. Und wir sind die, die diesen Raum gestalten. Sodass hier besonders begabte Jugendliche akademisches Wissen mit Tatkraft, Fantasie und Verantwortungsgefühl anwenden können.

Denn wir sind die Kraft, die entsteht, wenn sich Verschiedenes verbindet: Gymnasium und Internat. Individuum und Gemeinschaft. Engagement und Phantasie. Außen und Innen. Ich und Wir. Einheit und Vielfalt. Tradition und Utopie.

Was wir tun

Wir üben. Wir üben, Veranlagungen auf Schüler wie auf Lehrerseite zu erkennen, zu pflegen und gesellschaftlich wirksam werden zu lassen. Wir üben auch, sie zu genießen.

Wir bilden. Wir bilden Menschen, indem wir uns fragen, was Menschsein heute und morgen bedeutet. Wir bilden und bieten Spielräume, in denen individuelle Interessen und soziales Wissen Kunststücke vollführen können.

Wir streben. Wir streben danach, Haltungen zu erweitern, um uns als Persönlichkeiten weiterzuentwickeln und damit auch erstens Sankt Afra und zweitens eine demokratische Bildungs-Kultur.

Wir üben das Üben, das Gelingen und das Scheitern.

Wie wir miteinander umgehen

Mensch sind wir im Spiel mit den anderen. Im Miteinander. Wir lassen uns entdecken. Wir hören zu. Wir schauen hin. Wir schätzen unsere Verschiedenheit. Wir verzeihen uns. Wir gönnen uns was. Wir trauen uns selbst und uns gegenseitig etwas zu. Nur so klappt es mit dem gleichzeitigen Zusammenlernen und Zusammenleben.

Wir üben, Chef zu sein, das heißt Führung zu übernehmen, das heißt Verantwortung: für andere, aber auch für uns selbst.  Das nennen wir »soziales Engagement mit Führungsqualität verbinden«. Wir nehmen uns ernst und nehmen uns nicht zu ernst.

Wie wir auftreten

Mit Neugier an der Welt und ihrer Entwicklung, aufrecht und klar, lächelnd und auch stolz – so zeigen wir uns. Wir sehen Sankt Afra als einen verlässlichen Think-and-Do-Tank, der sich traditionsbewusst immer wieder neu befragt, erfindet, verwandelt, und auf diese Weise in die Welt hineinwirkt. Denn unsere Erfahrungen wollen wir nicht für uns behalten. Bildung ist für uns auch der Auftrag, neue Ideen in die Gesellschaft zu tragen.

Wir üben konsequente Klarheit und Wandlungsfähigkeit. Wir stehen für uns ein und für mehr als das eigenen Ansehen. So gestalten wir Wandel mehr, als dass wir uns anpassen.

Wie wir kommunizieren

Was heißt es eigentlich, »auf Augenhöhe« miteinander zu sprechen? Wir gehen nicht in die Knie. Wir stehen zu uns und zu unseren Differenzen.

Unsere Kommunikation ist auf Resonanz aus. Sie soll anregen und nicht Verstummen-Machen. Wir wollen also, dass es zwischen uns schwingt, dass wir uns wirklich was zu sagen haben, uns zuhören, bewegen und bewegen lassen. Sowohl, wenn wir innerhalb der afranischen Mauern sprechen, und genauso, wenn wir nach außen kommunizieren.

Was wir anstreben

Die hier beschriebene Schule gibt es nicht. Ja, es ist Träumerei. Und genau so stellen wir uns Schule vor: Als Träumerei, als Vision und als Vergnügen. Und nichts könnten wir ernster meinen. – An Sankt Afra zu sein, ist deshalb nicht automatisch ein Genuss, sondern auch ein Auftrag: es sich und den anderen zum Genuss zu machen.

Unsere Konzepte werden wir auch in Zukunft weiterentwickeln, in die Begabungsforschung einbringen, und uns in der globalisierten, konfliktreichen Welt für eine humanistische und begabungsfördernde Bildung einsetzen.

Sankt Afra ist mehr Sehnsucht als Erfüllung. So wie es im Innenhof über der Tür steht: »Sapere aude!« Das bleibt unsere Vision.