Eine Woche, drei Reiseziele: Studienfahrten nach Rom, London und Frankreich
In derselben Woche führten drei parallel stattfindende Studienfahrten nach Rom, London und Frankreich. Ob zwischen antiken Ruinen, in der Londoner U-Bahn oder mit Gummistiefeln in französischen Gezeitenpools: Die drei Gruppen entdeckten Geschichte, Kunst, Kultur und Natur auf ganz unterschiedliche Weise. Hier berichten sie von ihren Erlebnissen.
Rom: Zwischen antiken Ruinen und barocker Kunst

Ausgestattet mit unserem persönlichen Reiseführer ging es für uns in der Septemberferienwoche nach Rom. Durch seine ausgezeichneten Orts- und Sprachkenntnisse war Herr Weih bestens für diese Aufgabe geeignet. So konnten wir Rom trotz der recht knappen Zeit auf verschiedene Weise entdecken und ganz unterschiedliche Epochen seiner Geschichte kennenlernen. Das antike Rom beeindruckte uns mit seinen bis heute erhaltenen Ruinen. In den Kunstsammlungen der Familien Borghese und Pamphili offenbarte sich uns die Kunstfertigkeit der barocken Bildhauer und Maler. Auch das Rom, das in der Tradition des Christentums steht, blieb uns nicht verborgen: Neben dem Vatikan besuchten wir über ein Dutzend prachtvolle Kirchen. Viele von uns können zudem stolz von sich behaupten, alle sieben Hügel Roms bestiegen zu haben.
Der italienische Sommer verwöhnte uns mit reichlich Sonnenschein, verlangte uns bei den hohen Temperaturen aber auch einiges ab. Regelmäßige Abkühlungen am Straßenrand, durch das eine oder andere Gelato oder an den zahlreichen kleinen Brunnen, waren deshalb dringend notwendig. Zwischen Pinien, Palmen und römischen Ruinen fanden wir immer wieder Schatten und konnten eine wunderschöne, erlebnisreiche Woche genießen.

London: Mit der Tube zu Geschichte, Religion und Kultur

Während die Rom-Gruppe die sieben Hügel erkundete, fanden wir uns in London zwischen Sehenswürdigkeiten, Straßenmärkten und U-Bahn-Linien zurecht. „Piccadilly Circus bis Paddington Station … Wir nehmen die Bakerloo Line, die fährt gleich vom rechten Bahnsteig“, sage ich und laufe los. Die anderen drei aus unserer kleinen Gruppe eilen mir in den Tube-Waggon nach. So verwirrend wie gedacht ist der Plan für Londons Untergrundbahn gar nicht.
Nachdem wir gestern den ganzen Tag im Zug nach England verbracht hatten, war das Laufen heute eine willkommene Abwechslung. Gestartet sind wir mit einer Stadtführung entlang der Londoner Sehenswürdigkeiten, unterbrochen von Kurzvorträgen unter anderem zu Westminster Abbey, Downing Street und dem London Eye. Unsere kleine Gruppe verbrachte den freien Abend mit der Suche nach Souvenirs in der Oxford Street, Londons Shoppingmeile, sowie einem Besuch in Chinatown.
Wir steigen aus der Tube aus, schleppen uns müde die endlosen Treppen der Station hinauf und treffen auf eine andere Schülergruppe, die gerade von einem der Straßenmärkte zurückkommt. Zusammen machen wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Es geht vorbei an kleinen Buchläden und Cafés und durch einen Park mit einer Paddington-Statue. Für Fotos in roten Telefonzellen halten wir kurz an. Dann geht es weiter entlang der typischen Reihenhäuser mit weißen Fassaden und schwarzen Metallzäunen. Einige Blöcke weiter treten wir in eines dieser Häuser ein und fallen kurz darauf müde ins Bett.


In den nächsten drei Tagen führte uns jeweils ein „Topic of the Day“ zu Geschichte, Religion und Kultur an weitere Stationen in London. Mal waren alle 29 Schülerinnen und Schüler mit den drei Begleitpersonen gemeinsam unterwegs, mal erkundeten wir die Stadt in kleineren Gruppen. Am Dienstag besuchten wir einen Sikh-Tempel, am Mittwoch eine Shakespeare-Aufführung und am Donnerstag ein modernes Musical.
Meine persönlichen Favoriten waren die wunderschöne Architektur Londons, eine Banksy-Skulptur mitten auf der Straße und die Kunstmuseen – von Claude Monet in der National Gallery bis zu Frida Kahlo in der Tate. Nach sechs ereignisreichen Tagen voller unterschiedlichster Höhepunkte kehrten wir schließlich erschöpft, aber mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen nach Meißen zurück.
Frankreich: Zwischen Kunstwerken und Gezeitenpools
Zur gleichen Zeit verband unsere Frankreich-Gruppe Kunst und Naturwissenschaften – und hatte dafür ungewöhnliches Reisegepäck dabei.
Am Samstagmorgen brausten wir im Licht der Straßenlaternen los: mit Mikroskopen, Spaten und Gummistiefeln im Gepäck. Bei strahlender Nachmittagssonne konnten wir endlich den ersten Fuß auf unseren Campingplatz setzen und die salzige Meerluft einatmen.


Uns erwartete eine spannende Mischung aus Ausflügen, die unsere unterschiedlichen Interessen aufgriff. An einem Tag besuchten wir eine Außenstelle des Louvre, bestaunten prunkvolle Gemälde und umrundeten Skulpturen. An einem anderen Tag gruben wir mit Gummistiefeln bis zu den Knien im Sand und entdeckten in Gezeitenpools eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt.
Es war eine wunderschöne Studienreise. Bei unserem nächsten Frankreichurlaub können wir unseren Familien nun erklären, wie man Wattwürmer ans Licht holt, Anemonen bestimmt und warum Napfschnecken immer wieder ihren Weg nach Hause finden. Und wir wissen jetzt auch, wie man in einem Bungalow mit Gasherd Nudeln für seine Freundinnen kocht!