Story

Aniko, Afranerin

„Afra hat an mich geglaubt.“

Aniko, Afranerin

Tja, wo fange ich an, um über Afra zu sprechen? … Vielleicht genau da, wo ich jetzt gerade stehe. Jetzt gerade stehe ich gar nicht, ich sitze. Auf meinem Bett. In meinem Internatszimmer, das ich zu Beginn des Schuljahres bezogen habe, als ich in die elfte Klasse kam und für mich das Abi anfing. Seitdem ist vieles verändert, alles wirkt nun irgendwie ernster und manchmal ziemlich einschüchternd. Das aktuelle Schuljahr an Afra hat mich bisher in schulischer Hinsicht hart auf die Probe gestellt, mir aber auch mehr denn je gezeigt, dass ich nicht allzu streng mit mir sein sollte und niemals den Blick dafür verlieren darf, wie weit ich schon gekommen bin. Dass das alleine schwierig ist, muss ich, glaube ich, niemandem erklären und wenn ich eines mit größter Sicherheit und ohne jeden Zweifel sagen kann, dann, dass ich wunderbare Menschen an meiner Seite hatte und habe, für die ich nicht dankbarer sein könnte und die ich ohne Afra niemals kennengelernt hätte.

Davor gab es eine zehnte Klasse, die so viel Spaß machte, weil ich mich erfahrener fühlte. Ich hatte Routinen aufgebaut, Interessen entwickelt und Sport zu einem festen Teil meines Alltags gemacht, was bis jetzt so geblieben ist. Ich habe gelernt, loszulassen und zu genießen, die unterschiedlichsten Dinge an einem Ort zu haben.

Und da gab es auch eine neunte Klasse, in der alles noch so neu war und ich mit den verschiedensten Herausforderungen und Möglichkeiten, aber vor allem mit dem schönsten Willkommen hier begrüßt wurde. Ich hielt zum ersten Mal einen Wichtelbrief von einer Freundin in der Hand, schrieb eine ganze Semesterarbeit und lernte, wo meine Grenzen waren, aber auch, was ich gut konnte.

Und am Anfang war da die noch viel jüngere Aniko, die diesen Umschlag geöffnet hatte, es gar nicht glauben konnte und noch nicht wusste, welche Chance sie erwarten würde.

Für diese Chance möchte ich Afra danken. Ich möchte mich für das alles bedanken, was ich hier lernen durfte und musste, ich hätte es nirgendwo sonst gewollt. Ich danke Afra dafür, dass es an mich geglaubt hat, auch wenn ich erst später feststellen konnte, wie sehr ich diese Zuversicht und das Vertrauen in mich wahrscheinlich brauchte.