Frank Engelmann-del Mestre, Gymnasialmentor
„Begleitung auf dem Weg durch das diffuse Dickicht der adoleszenten Dämmerjahre.“
Frank Engelmann-del Mestre, Gymnasialmentor
Was ich an Afra besonders schätze, ist die zutiefst menschliche, im Kern humanistische Grundhaltung, denn in Afra stehen die Beziehungen im Mittelpunkt. Zeit und Zuwendung haben für mich den größten Wert, nicht Zeugnisse. Die herzliche Nähe unter Lehrenden und Lernenden, geprägt von gegenseitigem Respekt und feinsinnigem Humor, bringt erst die richtige Würze in den Alltag.
Als Lehrkraft fühle ich mich frank und frei. Ich muss mich nicht verstecken, verstellen oder verleugnen. Als Konsequenz darf, muss, und möchte ich mich an Afra ebenso wie die Schülerinnen und Schüler voll aus- und erschöpfen.
Als gymnasialer Mentor trage ich besondere Verantwortung. Ich kenne selbstverständlich nicht alle Antworten auf die großen Fragen des Lebens, aber ich habe 30 Jahre länger intensiv darüber nachdenken können. Mit offenen Augen und vollem Herz begleite ich meine Mentees auf ihrem Weg durch das diffuse Dickicht der adoleszenten Dämmerjahre. Wegbegleiter junger Biografien zu sein, ist ungeheuer fordernd und gleichzeitig zutiefst erfüllend. Sicherlich gibt es immer wieder diese grauen Momente: Der Kopf schwirrt, der Rücken zieht, die Seele hadert – und dann erscheint das „Antlitz des Anderen“ (Levinas) und ich denke mir: „Alles klar, für dich strenge ich mich an.“
Keine afranische Tradition sticht für mich mehr hervor als eine andere, aber es gibt häufig diese magischen Momente. Ganz gleich, ob es sich um Einfälle des Schicksals handelt, oder ob mal wieder niemand so richtig weiß, wie wir „das“ nun wieder hinkriegen sollen. Wenn es drauf ankommt, halten wir zusammen.
Afra in drei Worten? Zeit. Zuwendung. Zusammenhalt.
Ohne Afra wäre ich ein anderer Mensch; das ist ein banales Cliché. Ohne Afra wäre ich nicht dieser Mensch; dafür bin ich dankbar.