Laura, Afranerin
„Afra ist für mich Wind und Strom und echtes Über-sich-Hinauswachsen.“
Laura, Afranerin
Afra ist wie ein Wind, der alles in Bewegung setzt. Ich war ein Fels in einem Flussbett, umwogen von einem sanften Sog. Das bedeutet nicht, dass alles einfach war, aber in vielen Hinsichten bequemer. Mit der Entscheidung für Afra wandelte sich der Sog in einen Strom, angetrieben von einem Wind, der an manchen Tagen stärker war als an anderen. Der kleine Fels wurde mit der Zeit immer mehr freigespült und von dem Sand des Flussbettes gelöst. Sah man nun auf den kleinen Felsen, bemerkte man, dass er gar nicht so klein war, wie anfangs vermutet. Plötzlich konnte man die Sedimentschichten mit den Fingerspitzen nachfahren und alle Ecken, Kanten, Spitzen, aber auch glatt gespülte Stellen, die glänzten, kamen zum Vorschein. Man konnte nun das Glitzern mit der Zeit immer mehr beobachten, Stellen, die vorher verborgen schienen, aber auch scharfkantige, verletzliche Seiten des Felsens waren nun freigespült. All diese konnte der Fels und andere Felsen im benachbarten Flussbett mitbekommen.
Afra hat mir geholfen, meine Stärken, Talente und Faszinationen zu entdecken und diese nach und nach auszubauen. Aber auch verborgene Ängste und Emotionen kamen nun ans Tageslicht. Ich stieß an Grenzen, deren ich mir vorher nicht bewusst war und nicht zwingend entdecken wollte. Ich war mit all dem jedoch nicht allein und das ist das Entscheidende. Ich habe FreundInnen, Familie, tolle MentorInnen sowie Lehrpersonen hinter mir, die mir auf dieser Reise immer noch den Rücken stärken und dafür bin ich sehr dankbar! Freigespült zu werden ist nicht immer einfach und angenehm, aber hat das Potenzial, sich auf eine ganz neue Art und Weise kennenzulernen und wachsen zu können, in Wegen die du vorher nie für möglich gehalten hast. Ja, der sanfte Sog war bequemer, aber ist echtes Über-sich-Hinauswachsen bequem?