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Wissenschaft trifft Gemeinschaft: Das plus-MINT-Forschercamp in Sankt Afra

Auch in diesem Jahr hieß es in Sankt Afra wieder: Forschen, Entdecken und Vernetzen beim alljährlichen plus-MINT-Forschercamp. Gemeinsam mit naturwissenschaftlich begeisterten Jugendlichen verschiedener sächsischer Schulen und der plus-MINT-Schule Steinmühle verbrachten wir vier spannende Tage. Das Camp bot uns die perfekte Mischung aus intensiven Experimenten, neuen Erkenntnissen und bereichernden Begegnungen. Neben der Vertiefung unserer fachlichen Interessen stand vor allem der Austausch über unsere gemeinsame Leidenschaft für die Naturwissenschaften und das Knüpfen neuer Freundschaften im Vordergrund.

Insgesamt konnten wir zwischen drei spannenden Projekten aus den Bereichen Chemie, Molekularbiologie und experimenteller Archäologie wählen:

1. Dem Leben auf der Spur: Umwelt-DNA (eDNA)

Eine Gruppe widmete sich der Untersuchung von Umwelt-DNA (eDNA). Um genetische Spuren von Organismen nachzuweisen und Rückschlüsse auf die lokale Artenvielfalt zu ziehen, analysierten wir Wasserproben aus verschiedenen Gewässern. Im Labor lernten wir typische molekularbiologische Methoden kennen und führten folgende Verfahren selbstständig durch:

  • DNA-Extraktionen und -Aufreinigungen
  • PCR (Polymerase-Kettenreaktion)
  • Agarose-Gelelektrophorese

So erhielten wir einen praxisnahen Einblick in moderne Verfahren der Biodiversitätsforschung und erlebten hautnah, welche Möglichkeiten die Molekularbiologie für den Natur- und Artenschutz bietet.

2. Einblick in die moderne Chemie an der Hochschule Zittau/Görlitz

Ein weiteres Projekt führte uns an die Hochschule Zittau/Görlitz. Nach einer einführenden Vorlesung zur organischen Chemie bei Professor Jan Mollitor durften wir selbst im Labor aktiv werden. Im Mittelpunkt stand die mehrstufige Synthese eines Stilbenderivats ausgehend von Benzaldehyd. Anschließend analysierten wir unsere selbst hergestellten Produkte mithilfe der NMR-Spektroskopie und gewannen so wertvolle Einblicke in moderne analytische Verfahren der Chemie.

3. Experimentelle Archäologie: Auf den Spuren der Alchemisten

Im Projekt zur experimentellen Archäologie begaben wir uns auf eine Zeitreise zu frühneuzeitlichen Alchemisten. Ausgangspunkt war ein außergewöhnlicher Fund aus dem Franziskanerkloster in Wittenberg, bei dem Tausende Glasfragmente einer historischen Alchemistenwerkstatt entdeckt wurden.

Wir untersuchten Rückstände aus den Laborgefäßen mithilfe qualitativer anorganischer Analytik und leiteten daraus Rückschlüsse auf deren frühere Nutzung ab. Unsere Hypothesen überprüften wir praktisch, indem wir die vermuteten chemischen Reaktionen selbst nachstellten. Am letzten Tag hatten alle Gruppen die Gelegenheit, ihre neu gewonnenen Erkenntnisse gegenseitig vorzustellen.

Gemeinschaft, Pizza und gute Gespräche

Neben der intensiven Forschungsarbeit kam natürlich auch das Miteinander nicht zu kurz. Ob beim gemeinsamen Pizzabacken im Steinofen, beim Grillen an einem lauen Sommerabend oder bei Gesellschaftsspielen, wir verbrachten viele Stunden mit interessanten Gesprächen und hatten jede Menge Spaß.

Fazit: Das plus-MINT-Forschercamp war für uns alle eine unglaublich abwechslungsreiche und inspirierende Woche. Besonders die gelungene Verbindung aus anspruchsvoller wissenschaftlicher Arbeit und einer offenen, freundschaftlichen Atmosphäre hat dieses Camp unvergesslich gemacht.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Betreuerinnen und Betreuern der Projekte sowie den Organisatorinnen und Organisatoren, die das Camp mit so viel Engagement und Herzblut ermöglicht haben!